Kleines Board ganz groß: Workshop mit dem Calliope

Der Hype ist groß, die Fragezeichen auch. Programmieren schon in der Grundschule - In einem Land, in dem Schulen das Gegenteil von digital sind. Kann das funktionieren? Kann der kleine Mikrocontroller Calliope Mini eine Revolution anstoßen, an der neue Rahmenlehrpläne, KMK-Strategie und angestrengte Überzeugungsarbeit von Arbeitgeberverbänden und MINT-Initiativen (Fachkräftemangel!) zum Teil seit Jahren vor sich hin bohren? Es sieht fast so aus.

Basierend auf dem BBC micro:bit haben sechs Gründer rund um Internetbotschafterin Gesche Jost einen Mikrocontroller entwickelt, der Anfängern kinderleicht das Programmieren nahe bringen soll. Das Prinzip nennt sich physical computing und kommt aus der Maker Szene. Man kann das in einem Editor geschriebene Programm direkt auf das Board spielen und dort ausprobieren, was passiert wenn man physisch die Knöpfe drückt, die man zuvor mit verschiedenen Funktionen belegt hat. Das charmante ist also, dass direkt etwas blinkt, piept oder zählt - auch ohne, dass man schon in die komplexen Tiefen der App-Entwicklung eingestiegen ist.

Die Idee: ein Workshop für weiterführende Schulen

Schnelle Erfolge und ein Gefühl dafür, wie ein Computer funktioniert. Fachübergreifender Einsatz möglich und das auch ohne fortgeschrittene Englisch- und Computerkenntnisse schon ab Klasse 3. Spannend fanden wir und haben gemeinsam mit den Jungen Tüftlern einen Workshop entwickelt, der das Prinzip Calliope für die fünfte und sechste Klasse nutzt. Warum sollten nur Grundschüler profitieren? In weiterführenden Schulen wird die Revolution ebenso gebraucht.

Das Set-Up: den Calliope als Punktezähler programmieren

Das Set-up ist denkbar einfach. Programmiert wird ein Punktezähler, der immer dann zählt, wenn ein Stromkreis geschlossen wird. Auch für Einsteiger in einem Tag eine schaffbare Aufgabe. Dazu sollen die Schüler*innen ein reales Spiel bauen, bei dem Punkte gezählt werden, damit der Code direkt ausprobiert werden kann. Ein Basketballspiel beispielsweise oder ein Fußballspiel. Hier tauchen dann die Schwierigkeiten auf, die über die Bugs in den Editoren hinausgehen: der Widerstand ist - im Gegensatz zum MakeyMakey oft nicht groß genug, so dass häufig nur jedes zweite Mal zählt. Der Kontakt darf nicht zu lange, aber auch nicht zu kurz geschlossen sein. Nicht ganz einfach in der Umsetzung.

Die Kinder der DSG in Berlin waren dennoch begeistert. Die Grundprinzipien des Programmierens waren schnell verstanden, schon ging es ans Basteln und Ausprobieren. Der Ansatz den Fokus auf die praktische Umsetzung zu legen funktioniert gut - die Kinder hier waren eigenständiges Basteln offensichtlich gewohnt. Schüler*innen ohne Erfahrungen in der Projektarbeit werden sich sicherlich schwerer tun. Selbstorganisation und Gruppenkommunikation stehen so nebenbei mit bei den Lernzielen. Am Ende können tatsächlich alle Gruppen einen vorzeigbaren Prototypen präsentieren: ein schöner Erfolg für einen Pilot.

Schulen für weitere Pilotprojekte gesucht!

Wir waren auch sehr zufrieden und wollen bald in weiteren Workshops ausprobieren, was man mit dem Calliope noch alles machen kann. Lehrer aus Berlin und Umgebung können mit ihren Schüler*innen dabei sein - einfach beim Projektteam melden. Für alle von weiter weg gibt es bald Materialien zum Workshop. Stay tuned!

2017-05-24T11:09:31+00:00 Donnerstag, 20. April 2017|Programmieren, Partner|